Diversity Management
Diversity Management bedeutet die Vielfalt von Persönlichkeiten zu erkennen, richtig zu bewerten und schließlich gewinnbringend für das Unternehmen einzusetzen. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Denn in der Wirtschaft, besonders in großen Organisationen, herrscht ein gewisser Zwang zur Uniformität, der sich einfach aus Prozessen ergibt. Für Außenstehende wirkt der Gedanke bestechend, dass jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter nach seinem Gusto beitragen kann, indem er/sie einfach alle Facetten seiner Persönlichkeit ausschöpft. In der Praxis erweisen sich Zwänge zu angepasstem Handeln oftmals als viel stärker. Ein einfaches Bild verdeutlicht das. Zu den Diversity Dimensionen gehören auch die Ethnien der Mitarbeiter. Zum Unternehmensalltag gehört die Verständigung auf eine Sprache, in internationalen Konzernen meist auf Englisch.
Zielrichtung von Diversity Management
Das Diversity Management fragt trotzdem danach, wie die vielfältigen Potenziale am besten ausgeschöpft werden können und wie eventuell die Organisationskultur an die Vielfalt angepasst werden kann, statt die Mitarbeiter in die Zwangsjacke einer vereinheitlichten Kultur zu pressen. Mit dieser Fragestellung werden Unternehmen spätestens dann konfrontiert, wenn sie international expandieren, denn deutsche Arbeitsgewohnheiten lassen sich nicht auf Spanien und noch viel weniger auf Tunesien übertragen. Dasselbe fand nach der deutschen Wiedervereinigung zwischen West- und Ostdeutschland statt, und schon damals musste man die bestehenden Regeln auf ihre Adäquanz (Angemessenheit) überprüfen. Nachdem man feststellen konnte, dass sich dadurch ganz neue Potenziale erschließen, weil Mitarbeiter mit Freiraum kreativer, motivierter und loyaler sind, konstituierte sich das Diversitymanagement als neue Managementkultur. Es dürfte in den kommenden Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen. Die Zielrichtung besteht darin, Potenziale keinesfalls zu unterdrücken, sondern im Gegenteil auszuschöpfen, indem Vielfalt zugelassen wird.
